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01.09.2010
"Salami Aleikum" im Elsebad
Lachen und Nachdenken beim KinoKarren

Am kommenden Freitag, 3. September, trägt der KinoKarren im Elsebad seine Anmerkungen zur aktuellen Debatte um die fremdenfeindlichen Thesen von Thilo Sarrazin bei: In der Filmkomödie „Salami Aleikum“ (Deutschland 2009) nimmt Regisseur Ali Samadi die Sorgen und Nöte seiner multikulturellen Figuren auf liebevolle und umwerfend komische Weise ernst und findet viele erstaunliche Gemeinsamkeiten: „Haben Sie hier einen kleinen Perser gesehen? Sie wissen schon. Perser. Schwarze Haare am ganzen Körper. Bisschen doof?“
Im Film wird dennoch nicht gleich Hackfleisch aus Moslems gemacht, auch wenn der aus dem Iran stammende Protagonist Mohsen Taheri (gespielt von dem in seiner Heimat gefeierten Pop-Star Navid Akhavan) in der Kölner Metzgerei seines Vaters arbeiten muss; eigentlich kann er aber keinem Tier etwas zu leide tun. Viel lieber zieht sich der fast 30-jährige Nesthocker zurück und strickt.
Beim Versuch, die Familienfirma zu retten, setzt er das gesamte Firmenkapital dafür ein, eine Schadherde in Polen aufzukaufen. Zur Übergabe fährt er in Richtung Osten, havariert mit dem Bulli aber in einem verschlafenen Nest in Ostdeutschland, wo die Wende noch nicht vollzogen zu sein scheint. Hier kommt es zum Zusammenprall der Kulturen: Ossis gegen Iraner, denn Ausländer werden gar nicht gern gesehen.
Trotzdem findet Mohsen in Gaby, einer blonden und starken Automechanikerin, seine Traumfrau. Deren Familie (der Vater wird gespielt von dem in Ergste persönlich bekannten Wolfgang Stumph) ist zunächst gar nicht begeistert von dem Familienzuwachs; immerhin spricht für ihn, dass er „wenigsten keen Wessi!“ ist. Um bei der Vegetarierin Anna besser landen zu können, bedient sich Mohsen allerdings der folgenschweren Lüge, er sei in der Textilbranche tätig. Das kann eigentlich nur schief gehen, als plötzlich auch noch seine Eltern in Annas Dorf auftauchen...
Auf sehr witzige Weise bahnen sich die beiden Familien einen Weg zur Integration – Sarrazin würde staunen, denn die Kollision von 1001 Nacht und stillgelegtem Sozialismus funktioniert hier erstklassig.
Einlass ist ab 19.30 Uhr (Ende der Badezeit), der Badeintritt kostet 3 €. Bis zum Filmstart um ca. 21 Uhr und in der Pause lädt das Team Elsebad an Bar und Grill zu Gaumenfreuden ein.
Mit diesem Film endet der Kino-Sommer im Elsebad. Im Winter übernimmt dann wieder das Kino-Team im Katholischen Gemeindehaus St. Monika in Ergste. Der erste Film des Winters („Wenn die Liebe so einfach wäre“) läuft am 7. Oktober ab 20 Uhr.
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