Vor dem Schulwechsel wird es härter
In der vierten Klasse steht ein großes Thema im Raum: der baldige Wechsel zur weiterführenden Schule. In vielen Bundesländern bestimmen Grundschulempfehlungen darüber, welche Schulen die Kinder anschließend besuchen sollen. Mehr Klassenarbeiten und ein großer emotionaler Druck lasten vor allem in der letzten Grundschulklasse auf den Kindern.
Das Noten-Dilemma
Seit es sie gibt, sind sie umstritten: Schulnoten. Einerseits können sie motivieren sich im „Konkurrenzkampf“ zu verbessern, andererseits auch stark frustrieren, wenn mal wieder eine Arbeit daneben gegangen ist. Die Schulnoten sind aber das Mittel, das Lehrer nutzen, um eine Empfehlung für eine weiterführende Schule auszusprechen. Darum nutzen sie in der Klasse 4 die maximal zulässige Anzahl an Klassenarbeiten, um sich ein möglichst klares Bild vom Leistungsstand machen zu können.
Was bedeutet die vierte Klasse für Ihr Kind?
Ein Thema wird sicherlich neben dem Leistungsdruck durch die vermehrten Klassenarbeiten Ihr Kind beschäftigen: Wie geht es am Ende des Schuljahres weiter? Eine Studie ergab, dass in der vierten Klasse verstärkt gesundheitliche Probleme wie Bauch- und Kopfschmerzen auftreten – sicherlich ein Symptom einer gesteigerten Nervosität und Unsicherheit.
- Unsicherheit, wie es an der neuen Schule sein wird. Nehmen Sie Ihr Kind deshalb mit, wenn die weiterführenden Schulen Tage der Offenen Tür oder Informationsveranstaltungen anbieten. So kann es sich schon einmal Klassenräume und Schulhof ansehen und erkunden, ob es sich wohl fühlen könnte.
- Veränderte Unterrichtsinhalte: Mehr Eigenverantwortung und Selbstständigkeit fließt jetzt in den Unterricht ein, z.B. soll die Fahrradprüfung für das selbstständige Bewegen im Straßenverkehr fit machen. Unterstützen Sie Ihr Kind, bieten Sie Hilfe an, aber lassen Sie es auch mal allein "werkeln".
- Neue Klasse: Die Klassengemeinschaft der Grundschulzeit, meist noch eine sehr enge, wird sich auflösen. Das verursacht Unsicherheit bei Ihrem Kind. Versuchen Sie ihm klar zu machen, dass Freunde, auch wenn man nicht mehr zusammensitzen oder auf die gleiche Schule gehen kann, trotzdem bleiben können. Stellen Sie Treffen nach der Schule oder am Wochenende in Aussicht – und auch, dass an der neuen Schule noch viele andere Kinder sein werden, denen es zu Beginn der fünften Klasse ähnlich gehen wird und die neue Freunde suchen.
- Leistungsdruck: Zwar stellt die vierte Klasse die Weichen für die schulische Zukunft, aber nicht unbedingt für das ganze weitere Leben. Die Durchlässigkeit der Schulformen ist hoch, so dass einem Schulwechsel auch später nichts im Wege steht. Fördern Sie Ihr Kind also, aber überfordern Sie es nicht.
Weiterführende Literatur
Kilian, A.: Geheimwissen Schule: Das Insiderbuch für alle Eltern. 2009.
www.schwerte1a.de
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