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Oft ist das Wissen über und zu bestimmten Verträgen innerhalb des ganzen Unternehmens verstreut. Die Verträge lagern im Einkauf und in der Produktion, finden sich mehrfach in unterschiedlichen Abteilungen oder anderen Hausbereichen. Jede einzelne Abteilung hat ihr eigenes Ablagesystem, manchmal sogar noch jeder einzelne Sachbearbeiter. Im Ernstfall weiß niemand mehr genau, wo sich das Originaldokument mit Zusatzvereinbarungen beispielsweise über Preisänderungen oder Nachträgen befindet. Um dieses Problem zu beheben, sollten Sie zunächst die Verwaltung aller Vertragsdokumente zentralisieren. Damit stellen Sie sicher, dass immer eine aktuelle Vertragsversion an einer Stelle im Unternehmen einsehbar ist.
Nicht nur das Wissen über den Aufbewahrungsort der Verträge ist wichtig, sondern auch das Wissen über die Vertragsinhalte und daraus resultierende Pflichten. Dieses ist nicht selten nur bei einzelnen Mitarbeitern vorhanden und somit für den Rest der Belegschaft nicht mehr zugänglich, sobald jemand krank wird, Urlaub hat oder aus dem Unternehmen ausscheidet. So fehlen Ihnen z. B. Informationen über Nebenabreden, mögliche Optionen oder bereits geführte Verhandlungen. Um das zu vermeiden, müssen alle Vertragsinformationen gebündelt und den Sachbearbeitern und Entscheidungsträgern im vollen Umfang zugänglich gemacht werden. Nach der Zentralisierung werden also sämtliche Daten wieder dezentral zur Verfügung gestellt, was mithilfe von Intranet oder anderen elektronischen Informationssystemen eigentlich kein Problem sein sollte.
Wenn Sie die vorangegangenen Schritte im Management und allen Abteilungen umgesetzt haben, kann es immer noch sein, dass diese Maßnahmen nicht lückenlos und kontinuierlich von allen Beschäftigten beachtet werden. Hier ist die Selbstdisziplin jedes an Vertragsprojekten beteiligten Mitarbeiters gefragt, damit die Dokumente und Vertragsdaten auch weiterhin auf einem aktuellen Stand gehalten werden. Durch frühzeitige interne Kommunikation schaffen Sie die notwendige Sensibilität für das Thema und bewirken ein Umdenken sowie die Veränderung von gewohntem Verhalten.
Letztlich reicht die Zusammenführung des kompletten Wissens über die Verträge noch nicht, um juristischen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Immer noch können wichtige Fristen und Termine unberücksichtigt verstreichen, was nicht nur ärgerlich ist, sondern auch teuer werden kann. Daher sollten Sie ein zentrales Controlling einführen oder aber einen externen Partner mit der Betreuung der Verträge beauftragen.
Steike, J.: Vertragsmanagement, 2007.
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