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Bis in die 1980er Jahre wurden noch viele Stoffe bei der Herstellung von Baumaterialien verwendet, die heute als krebserregend, erbgutverändernd, hochtoxisch oder einfach umweltgefährlich eingestuft werden. Formaldehyd wurde dem Leim von Spanplatten- und Sperrholz zugesetzt, Asbest im Brandschutz und bei der Gebäude-Verkleidung eingesetzt. Auch Fußbodenbeläge wurden mit Asbest hergestellt. Parkettkleber – auch aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – enthielt Gifte wie PCB oder PAK, Holzschutzmittel waren mit Lindan belastet. Die Liste ist lang und endet nicht in den 1980er Jahren.
Geregelt wird die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien durch die EU-Chemikalienverordnung REACH sowie die Chemikalien-Verbotsverordnung (ChemVerbotsV). Die ständigen Fortschreibungen und Ergänzungen an beiden Verordnungen zeigen, dass sich dieses Thema nicht mit einem bestimmten Baujahr abschließen lässt.
Um für bestimmte Bauzeiten typische Belastungen einer Altimmobilie zu erkennen, ist es sinnvoll, die Baujahre nach Gebäudeklassen oder -gruppen einzuteilen. Von Gutachtern und Sachverständigen werden allerdings unterschiedliche Gliederungssysteme verwendet. Es gibt grobe Gliederungen, die das 20. Jahrhundert in nur drei Gebäudeklassen aufteilen, andere gliedern präziser in sieben Klassen (von A bis G).
Ein Altlasten- und Schadstoff-Check gehört in jedem Fall auf die Agenda beim Immobilienkauf! Dabei gilt es, solche Stoffe zu erkennen und die Entsorgung auch wirtschaftlich zu kalkulieren. Tipps dazu gibt das Umweltbundesamt auf seiner Website. Erste Tests können Sie als Kaufinteressent bereits selbst beim Besichtigungstermin durchführen: Formaldehyd, Schimmelpilze und Lösungsmittel lassen sich mit kostengünstigen Analyse-Sets aus der Apotheke aufspüren.
Hat man den Kaufvertrag bereits unterzeichnet, gilt der Grundsatz „gekauft wie besehen“. Ein Nachweis, dass der Vorbesitzer der Immobilie Kenntnis von einer Schadstoffbelastung hatte, ist nicht einfach. Eine Untersuchung der Immobilie vor dem Kauf durch einen Bausachverständigen ist deshalb dringend anzuraten. Die Kosten dafür sind überschaubar. Eine Raumluftanalyse durch ein Labor kann um die 5.000 Euro kosten, ist aber immer dann angezeigt, wenn erste Tests einen Verdacht erhärten. Da reicht manchmal auch schon ein stechender Geruch in der Nase. Adressen von öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen erhalten Sie bei der Industrie- und Handelskammer sowie bei Architekten- und Ingenieurkammern.
Weiterführende Literatur
Krolkiewicz, H. J.: Der Altbau: Auswahl, Kauf, Modernisierung, 2010.
www.schwerte1a.de
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