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Working Capital Management

Kapitalbindung im Umlaufvermögen
Seit der letzten Wirtschaftskrise achten immer mehr Unternehmen auf ihre Liquidität. Das Management des Umlaufvermögens (Working Capital), um unnötige Kapitalbindung zu reduzieren, rückt stärker in den Blickpunkt. Gleichwohl weisen Studien noch ein durchschnittliches Optimierungspotenzial von rund 5 Prozent des Umsatzes aus. Bei 50 Millionen Umsatz sind das 2,5 Millionen Euro, die bei einem Zinssatz von z. B. 5 Prozent zu 125.000 Euro ersparten Finanzierungskosten führen.

Zum Working Capital gehört das im Lagerbestand und den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gebundene Kapital. Vom Net Working Capital spricht man, wenn davon die kurzfristigen Verbindlichkeiten (vor allem gegenüber Lieferanten) abgezogen werden. Ziel von Working Capital Management ist es, im operativen Geschäft gebundene liquide Mittel freizusetzen. Die Finanzierung aus eigener Kraft schafft Freiräume und ergänzt die Fremdkapitalfinanzierung.

Lagerbestand

  • Prozessoptimierung: Überflüssige Lagerbestände sind Puffer, um ineffiziente Produktionsprozesse nicht ins Stocken geraten zu lassen. Straffen Sie daher Ihre Abläufe in Produktion und Logistik durch kontinuierliche Verbesserungsprogramme (KVP, Kaizen) und hin und wieder durch größere Restrukturierungen, wenn Technologiesprünge es erfordern.  
  • Fremdvergabe: Durch Delegation der Lagerhaltung an Lieferanten und Logistikdienstleister, z. B. im Rahmen von Just-in-Time-Konzepten, befreien Sie sich zumindest von einem Teil kapitalbindender Läger. Erforderlich ist dafür aber eine starke IT-Vernetzung. Auch steigen die Abhängigkeiten bei dieser Strategie.
  • Qualitätsreduktion: Übertriebene Qualitätssicherung, die von Kunden nicht bestellt ist und bezahlt wird, bindet ebenfalls Kapital. Achten Sie daher darauf, dass Sie eine Balance wahren und Overengineering vermeiden. 

Forderungen

  • Zahlungsziele: Die Reduktion der Zahlungsziele gegenüber Kunden ist eine Möglichkeit, wenn Ihre Marktposition stark genug ist und Ihre Vertriebsmitarbeiter sich nicht scheuen, ein härteres Vorgehen an Kunden zu kommunizieren.
  • Factoring: Der Verkauf von Forderungen an spezialisierte Factoring-Gesellschaften spült sofort Geld in die Kasse. Allerdings kostet der Service auch.

Die Reduktion des im operativen Geschäft gebundenen Kapitals muss zusätzlich Bestandteil von Zielvereinbarungen sein, um Fehlsteuerungen durch eine ausschließliche Fixierung auf Ergebnisgrößen zu vermeiden. Im Controlling sind dann auch die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Working Capital in den relevanten Geschäftsbereichen und –prozessen gemessen werden kann.

Working Capital Management ist nur eine Möglichkeit, durch Ineffizienzen unnötig gebundenes Kapital freizusetzen. Die Liquidität im Unternehmen kann auch aus dem Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensteile (z. B. Immobilien, Maschinen, Beteiligungen, Wertpapiere) erhöht werden.

Weiterführende Literatur

Klepzig, H.-J.: Working Capital und Cash Flow, 2010.

 

www.schwerte1a.de

 

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